Das bin ich
Liebe, Leben und Leiden, Fußball, Frust und Feiern, Reisen, Rasen und Rasten….
am 28. März 1973 wurde ich in Heilbronn im Schwabenland geboren (was man auch heute noch unverkennbar am Dialekt hören kann). Somit habe ich die 30er Altersgrenze schon überschritten, was aber nicht weiter schlimm ist, so lange die Wünsche zum Geburtstag immer noch in diese Richtung gehen “wann wirst Du endlich erwachsen?”.
Erwachsen werden ist ne gute Sache aber wohl nicht so ganz meine. So wohnte ich völlig unschwäbisch in WGs mit Multimedia und mit ohne Vorhänge, anstatt im eigenen Häuschen, mit Kind und Kegel. Nach dem Ende der studentischen rheinisch-schwäbischen WG mit Christopher in Dortmund und Fußball-WG in Beilstein hat mich mein Cousin Ralf bei sich aufgenommen. Das Ende der Fußball-WG war gekommen, als Ebbo nach Hamburg und ich auf die AIDA “musste”. Bei Ralf ist aber ebenfalls Multimedia vorhanden, etwas weniger Fußball, dafür aber Vorhänge.
Prägend für mich war mit Sicherheit meine schöne Kindheit im Haus der Großeltern im schönen Oedheim im Kochertal. Dort sind nach wie vor meine Wurzeln, hier habe ich die Grundschulzeit verbracht und fast meine ganze Verwandschaft und viele meiner besten Freunde wohnen dort. Durch die Scheidung meiner Eltern und den Tod meines Vaters musste ich Oedheim verlassen, bin aber bisher immer wieder gerne zurückgekommen. Später habe ich noch zweimal dort gewohnt.
Die Bundeswehr hat mich gleich nach dem Abitur 1992 zu sich gerufen. Zu einigen Leuten von damals habe ich heute noch Kontakt, schließlich war es für uns damals das erste mal, dass man weit weg war von Mutters Rockzipfel. Da die Bundeswehr damals eher eine Freizeitarmee (ohne richtigen Gegner) war (was vor allem die neuen Kameraden zu berichten wussten, die vorher schon in der NVA gedient hatten), war die Zeit alles in allem recht locker. Von de Eindrücken, die ich damals erlebt habe, kann ich noch heute profitieren. Besonders die gleichberechtigt anerkannte und akzeptierte Erfüllung der Aufgaben im Bunker als kleiner Flieger/Gefreiter mit ranghohen Offizieren hat mir jegliche Scheu vor “hohen Tieren” genommen. Schließlich waren wir sowohl in Germersheim als auch in Lauda immer eine wilde Truppe, die fest zusammen gehalten hat.
Zwischenzeitlich hatte ich ebenfalls eine sehr schöne Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Oedheim. Bedingt durch das Studium Dortmund bzw. die weite Strecke dahin, hat es bis zu meinem Ausscheiden oft nur zu regelmäßigem Üben, jedoch zu keinem “Leistungsabzeichen” gereicht. Am Ende der Dienstzeit war ich schließlich Oberfeuerwehrmann und habe auch heute noch regelmäßig Kontakt zu den Kameraden.
Das Fernweh hat mich schon früh gepackt. Schon als Jugendlicher habe ich jede Gelegenheit genutzt, um weg von zu Hause zu kommen. Zum Glück hat Hellmut (Mutters zweiter Mann) viele Verwandte in Hamburg und damals noch der DDR. So war es für mich häufig möglich, für ein paar Tage nach Hamburg zu fahren. Die Liebe zu dieser Stadt besteht auch noch heute.
Im Sommer ging es immer mit dem Ortsjugendring Massenbachhausen auf große Fahrt. Zusammen mit unseren Freunden aus Clermont-Ferrand schlugen wir unser Zeltlager in Rimini, Waging am See, Hastings und auf Korsika auf. Für zwei Jahre durfte ich sogar das Amt des 1. Vorsitzenden übernehmen.
Höhepunkt meiner Jugend war auf jede Fall der Fall der Mauer. Geschichte hat mich schon immer sehr fasziniert und ich habe früher ständig alle Verwandten und Bekannten nach ihren Erlebnissen aus alten Tage befragt (hauptsächlich nach den Erlebnissen im Krieg und der Zeit danach). Der Fall der Mauer war endlich einmal ein großes geschichtliches Ereignis, das sich ganz fest bei mir eingeprägt hat. Mit der damaligen Oberstufe des Gymnasiums Eppingen waren wir im November 1989 in Berlin und standen das letzte Mal am Brandenburger Tor an der Mauer, als ich sechs Monate später zusammen mit Henning dort war, gab es die Mauer schon so gut wie nicht mehr. Nach der Öffnung der Mauer dauerte der Postweg nach drüben statt 2 Wochen nur noch 2 Tage und auf einmal waren Kontakte da, die vorher in der Art unmöglich waren. So nutzte ich die Gunst der Stunde und fuhr mit dem Fahrrad von Gehringswalde im Erzgebirge von Verwandten zu Verwandten über Dresden, Meißen, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Berlin, Waren an der Müritz bis nach Rostock. Wenn man heute durch die neuen Länder fährt, kann man sich kaum mehr vorstellen, dass wir damals in zwei ganz verschiedenen Welten gelebt haben. Das sollte man sich von Zeit zu Zeit einmal in Erinnerung rufen, bevor man alte Klischees von den Ossis / Wessis auspackt…
Nach der Bundeswehrzeit gings dann richtig los mit Reisen. Durch meine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann hatte ich sehr oft die Gelegenheit, zu verreisen. Die USA, Spanien und die Türkei waren meine ersten Ziele. Später ging es auf Kreuzfahrt, nach Südafrika und auf die Seychellen. Die ganze Zeit nach der Ausbildung habe ich für das Reisebüro Rode in Beistein gearbeitet.
Die kleineren Reisen dürfen natürlich auch nicht fehlen: seit einigen Jahren geht die erweiterte Familie an Ostern regelmäßig zum Wandern: bisher haben wir den Rennsteig, Ostalb, Rhön, tschechisches Erzgebirge, Vogtland und fränkische Schweiz erkundet. In ähnlicher Besetzung machen wir auch auf dem Motorrad die Welt unsicher. Unvergessen bleibt die Fahrt in die Toskana 1998 und die vielen kleinen Wochenendtouren in die Vogesen, Kocher- & Jagsttal, Schwarzwald, bayrischer Wald, Thüringen, Erzgebirge, …
Im Oktober 1997 habe ich meine Koffer gepackt und meine Zelte im Ruhrgebiet aufgeschlagen. Fünf tolle Jahre lang habe ich in der Sternstraße in Dortmund gelebt. Zuerst alleine und später zusammen mit Christopher als WG. In der Zeit habe ich mich mehr und mehr von meinem alten Leben im Schwabenland entfernt. Viele der Freunde, die ich während der Zeit in Dortmund kennen gelernt habe, sind auch heute noch meine beste Freunde. Herausragende Erlebnisse waren in der Zeit die Aufenthalte in Palästina mit unserer Projektgruppe und die Fahrten mit Thomas nach Schlesien. Die Zeit bis zur Diplomarbeit waren gefüllt mit Lernen (ungezählte Stunden in der Zentralbibliothek am Campus Nord - natürlich noch ohne Laptop und Internet), natürlich viel Feiern - im Platzhirsch, Assipark etc. und natürlich Fußball. Gleich nach meinem Umzug nach Dortmund wurde die Borussia Weltpokalsieger, 2002 Deutscher Meister. Unvergesslich aber wird für immer die Saison 2000/2001 bleiben, als der Club nach zwischenzeitlichem Regionalliga Gastspiel souverän wieder in die Bundesliga zurückkehrte und Schalke04 Meister der Herzen wurde. Was haben Christoph und ich die Welt verrückt gemacht… Die meisten Spiele haben wir in Bochum beim VfL erlebt. Zunächst eigentlich nur Henning zu Liebe später auch auch mit einer ganz engen Verbindung zum Ruhrstadion. Unser Wohnzimmer war: Block P links
Das Leben als Fußball Fan prägt mein Leben schon seit langer Zeit. Leider gab es als Fan des 1. FC Nürnberg sehr selten was zu feiern, was uns aber nicht davon abhält, möglichst viele Spiele live zu sehen. Ob in Nürnberg oder Bremen. Wenn Christoph plant, kommen die Jungs gefahren oder geflogen… Schließlich haben wir -Christoph, Klaus, Iris & Ich 1999 (nachdem wir wieder mal abgestiegen waren) im Platzhirsch den FCN Fanclub “pommes rotschwarz” Dortmund gegründet. Zwischenzeitlich auch mit Brief und Siegel als offizieller Fanclub anerkannt.
Das mit dem selten Feiern hat sich ja seit diesem Jahr auch etwas zum besseren gewendet: ein Trainer, der eine lebende Legende ist, Torschützenkönig Marek Mintal, ein WM-Stadion als Heimat und ENDLICH ein Titel (wir haben ja 1997, 2001 & 2002 ein bisschen mit den Freunden aus Gelsenkirchen mitgefeiert). Aber nun sind endlich auch wie lebende Zeugen eines Club Titels, Kampi, Manu und Co sogar live in Berlin dabei, ich habe unter tatkräftiger Unterstützung von Susi und Henry das ganze an Bord erlebt:
Pokalsieger 2007 1. FC Nürnberg!!!!
Die sehr schöne Zeit als Scout war früher beendet wie geplant. Jedoch nicht wegen Rauswurf oder Schiffskoller, sondern wegen Beförderung. Schon im ersten Vertrag als Tourmanager auf AIDAaura gings in die Karibik, übern Atlantik und bis hoch über den Polarkreis hinaus. Ein zweiter Einsatz (wieder an der Seite von Steffen als Chef) folgte dann schon auf einem “Großschiff”, der AIDAdiva. Turbulent, sehr lustig, arbeitsreich… es gibt viele Facetten dieses Einsatzes, der nicht zuletzt wegen einer bestimmten Person immer unvergesslich sein wird. Nach dem Abschied und völlig anderer Einsatzplanung gings dann im Frühjahr 2009 zurück auf die Diva, nun sogar als Shore Operations Manager. Nach vielen erwarteten Schwierigkeiten in beruflichen Dingen, habe ich auch unerwartet ziemliche Schwierigkeiten in privaten Dinge verursacht.
Privat hat sich seit Frühjahr 2009 auch noch etwas anderes geändert: ich bin ein BERLINER! Im berühmten Stadtteil Pankow (nicht ganz so schwabenfeindlich wie der Prenzlauer Berg) liegt mein neues Domizil. Ein wirklicher Zufallstreffer, aber mögöich durch die tatkräftige Unterstützung von Jessica als Wohnungsscout. Erstaunlich finde ich doch, dass man in Berlin in wenigen Wochen mehr Besucher empfangen könnte, wie in Dortmund in 5 Jahren…
Das Leben stellt seine Weichen. Nach dem Umzug nach Berlin im Frühjahr folgte eine weitere wichtige Begegnung (oder besser Wiedersehen) im September, Und wer weiß, was das Leben noch so mit mir vorhat. Ich bin gespannt und freue mich darauf. Sehr sogar.